März 13

PräsenzTipp #4: Die passende Farbe?

…oder: Farb-Psychologie und das Corporate Design.

Farbe ist subjektiv, sie entsteht im Gehirn. Empfinden andere Menschen die Farbe „Orange“ ebenso wie ich? Welche Farbe(n) transportieren meine Botschaft am besten, welche passt am besten zu meinem Angebot?

Geht es um die Definition der sogenannten Hausfarben für ein neues Corporate Design, ist dies manchmal nicht so einfach. Verfügen meine Klienten bereits über ein Logo, ist das schon einmal ein Ausgangspunkt, den es i.d.R. zu verfeinern gilt, insbesondere wenn ein bestehender Auftritt modernisiert werden soll. Für eine komplett neue Präsenz, für die Hausfarben und Logo zu konzipieren sind, muß – mit ein wenig Einfühlungsvermögen – herausgefunden werden, welchen Stil, welche Botschaft das Logo und seine Farbigkeit übermitteln sollen.

Auch, wenn seitens des Auftraggebers keine ausgeprägten Vorlieben für Farben existieren – diese Wahrnehmung ist durchaus unterschiedlich stark ausgeprägt – so sollte die Wahl der Farben doch zentrale Berücksichtigung finden. Nicht umsonst spricht man von „Farb-Psychologie“.

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Farben spiegeln immer eine bestimmte Persönlichkeit wieder; auch kommunizieren sie Stimmungen und Bilder. So steht Blau beispielsweise für Himmel und Wasser, steht für Freiheit, aber auch Kälte, Autorität und Technik. Im Gegensatz dazu liefert das auf dem Farbrad nahezu gegenüberliegende Rot die Eindrücke Blut, Mut, Romantik, aber eben auch Dynamik, Hitze, Vitalität oder erhöhte Aufmerksamkeit. Auch bei Gelb erscheint die Deutung einfach: Sonne, Licht, Wärme, aber auch Harmonie, Freude. Gelb steht doch für „Neid“ oder „Geiz“? An diesem Beispiel zeigt sich, dass die Deutung von Farben ambivalent sein kann… weswegen zum Findungsprozeß letztlich auch Tests und Befragungen gehören. Passt diese Farbe trotz ihrer Bedeutung überhaupt zu meinem Produkt oder meinem Unternehmen?

Weitere Beispiele: Grün steht für Frühling, Natur, aber auch Ruhe, Wohlstand, Glück. Es kann beruhigend wirken, aber auch giftig… was uns dazu bringt, dass es schließlich nicht nur eine Farbschattierung gibt, sondern in der Tat sehr viele, die es aufeinander abzustimmen gilt. Orange liegt naturgemäß sehr nahe an Gelb (Vergnügen, Energie, Wärme, Sympathie, Offenheit, aber auch manchmal „billig“, „aufdringlich“).

Farben beeinflussen uns i.d.R. unabhängig von ihrer symbolischen Bedeutung, weil diese in vielen Fällen und Zusammenhängen nicht zutreffen: so kann Schwarz Trauer und Traurigkeit symbolisieren, in Zusammenhang mit einem schwarzen Anzug aber auch Eleganz. Ebenso wie Grau, das im richtigen Sinnzusammenhang und in Kombination mit passenden Farben stylisch wirken kann, jedoch ebenso langweilig oder trüb erscheinen kann. Von der Bedeutung und Empfindung der Farben in anderen Kulturkreisen einmal ganz abgesehen… das wäre Thema für ein eigenes Kapitel. Wichtig also: wer soll eigentlich mit dem eigenen Angebot und seinen Farben angesprochen werden?

Soll ein Corporate Design entworfen werden, gilt als Grundlage, es bei der Anzahl der verwendeten Farben nicht zu übertreiben. So könnte man der Meinung verfallen, eine Kombination aller positiven Stimmungen (Vitalität, Glück, Offenheit und Seriosität, um nur ein Beispiel zu nennen) würde zur besten Farbkombination Rot/Grün/Gelb und Schwarz führen… was ganz schnell den Eindruck der Rastlosigkeit und Aggressivität erzeugen kann. Also den potenziellen Kunden von vornherein abschreckt. Es geht also auch um die richtige Farb-Balance; nicht nur um die passende Kombination der Grundfarben, sondern deren Kontrastverhältnis und Ausgewogenheit. Ist es besser, in einem Bereich des Farbrads zu bleiben oder Komplementärfarben zu verwenden, um z.B. ein Statement zu machen?

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Dann: in welchen Proportionen sollten diese Farben präsentiert werden? Ist es immer besser, den Hintergrund eher „pastellig“, den kleineren Vordergrund „schreiend“ zu gestalten? Den Footer einer Website dunkler abzusetzen, um ggf. die Botschaft zu „erden“? Oder doch besser alles Weiß? Ganz nett ist hier im Übrigen Color in Motion von Claudia Cortes, möchte der geneigte Leser auf unterhaltsame Weise mehr zum Thema Farben erfahren.

Wir alle verfügen über einen unterschiedlichen Geschmack, was Farben angeht; aber es gibt Grundregeln, sozusagen ein großes „allgemeines Empfinden“, dass es abzuprüfen und zu berücksichtigen gibt. Orientierungshilfe können andere Logos, Fotografien oder Modeaccessoires liefern; glücklicherweise gibt es aber auch Tools, die dabei helfen können. Wie zum Beispiel Adobe kuler (http://kuler.adobe.com), das zum Spielen anregt – und Einblicke in Vorlieben und die meist verwendeten Farben (im Webdesign und anderswo) gibt.

Einige schöne und aufschlussreiche Infografiken zum Thema Farbe und deren Bedeutung & Wirkung habe ich für diesen PräsenzTipp zusammengestellt: Anklicken & viel Spaß beim Forschen (Quellen: Adobe, visual.ly, printmediacentr). Welches war doch gleich noch meine Lieblingsfarbe?

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März 04

PräsenzTipp #3: Rebelmouse. Rebelmouse?

…oder: Die übersichtliche Bündelung aller social media-Aktivitäten.

Mit meiner Präsenz-Agentur vivia muß ich ständig up-to-date bleiben, was die Themen Web-Präsentation, Branding und Marketing im Allgemeinen angeht. Im Speziellen bedeutet das eben auch die Beschäftigung mit den mittlerweile allgegenwärtigen social media-Plattformen, wie Twitter, Facebook, Pinterest etc., um ggf. Empfehlungen aussprechen zu können: „Wie verbreite ich meine Botschaft am effektivsten, um mich adäquat und nachhaltig im Bewußtsein meiner Interessenten zu verankern?“. In früheren Artikeln habe ich schon das ein oder andere Wort darüber verloren.

Neue Dienste betreten die Bühne; nach Twitter, Facebook und Google+ oder Xing waren dies Tumblr und Pinterest, um nur einige prominente Beispiele zu nennen. Neben den eigenen Internetpräsenzen ist vivia (und Jürgen Novotny) auf all diesen Plattformen zu finden, wobei aus Gründen der besseren Auffindbarkeit diese sämtlich miteinander verflochten sind: wenn ich twittere, landet dies auch bei Facebook, wenn ich einen NetzPräsent-Artikel (wie diesen) auf Tumblr schreibe, wird er zusätzlich aus juergennovotny.de und vivia.de verlinkt… zuweilen mit dem Versuch, auch aus Pinterest heraus einen Link dorthin zu setzen. Das gilt sowohl für meine Präsenz-Agentur als Unternehmen, aber auch beispielsweise für meine Fotografie, die zudem auf verschiedenen anderen Plattformen zu finden ist (z.B. 500px, Flickr, WhiteWall, Stern View usw.)… oder Musik, die z.B. bei SoundCloud abgelegt wird.

Spätestens an dieser Stelle wird sich der geneigte Leser fragen: „Wozu brauche ich das überhaupt?“ und „Wird das nicht ein bißchen unübersichtlich?“.

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Zunächst kurz zu Frage 1: da bereits zu früheren Gelegenheiten ausgeführt, hier die wichtigsten Stichworte, die nicht nur für Unternehmen gelten: kostenlose Nutzung, Multiplikatorwirkung (durch teilen, „Gefällt mir“ etc.), viraler Marketingeffekt, Aufgeschlossenheit gegenüber modernen Medien, Übermittlung der Botschaften „Glaubwürdigkeit, Reputation, Kompetenz“, schlicht „Präsenz“ der eigenen Marke… Durch geschickte Verlinkung dieser Kanäle können Interessenten im Netz an verschiedensten Stellen erreicht und konsequent bis zum eigenen Angebot geleitet werden. Nicht zu vernachlässigen ist der Fakt, dass Plattformen wie Facebook oder Twitter natürlich ganz andere Besucherzahlen aufweisen als die eigene – womöglich neue – Internetpräsenz.

Zu Frage 2 (und unserem eigentlichen Thema für heute): ja, es wird unübersichtlich, wenn man den Auftritt bei diesen Plattformen nicht konsequent plant (was man tun sollte, möchten wir den oben erwähnten, gewünschten Effekt erzielen).

Genau hier greift Rebelmouse, ein neuer Dienst, der im vergangenen Jahr von einem senior Manager der Huffington Post gegründet wurde, und den ich vor einiger Zeit auf der Suche nach einer Möglichkeit, alle sozialen Webaktivitäten unter einen Hut zu bringen, entdeckt habe. Wie wäre es denn, wenn ich meine Pins, meine Unternehmens-News, Facebook-Einträge und Tumblr-Artikel auf einer einzigen Seite präsentieren könnte? Genau das macht Rebelmouse: im Stile eines Newspapers – auch Pinterest nicht unähnlich – werden all diese Kanäle auf einer einzigen Seite dargestellt; sie sind einfach durchzustöbern und – natürlich auch ein wenig abhängig von den Themen – durchaus spannend zu lesen. Der Leser erhält einen recht schnellen Überblick über die Interessenten des Besitzers, der Interessent einen umfangreichen Einblick in die Produktpalette und mannigfaltigen Aktivitäten des Unternehmens.

Die Einfachheit von Twitter ist gleichzeitig seine Schwäche: durch seine Eindimensionalität und die Anzahl abonnierter Streams geht die eigene Botschaft schnell im allgemeinen Rauschen unter. Facebook macht es da schon ein wenig besser durch die zusätzliche Verwendung von Fotos und mehr Text; bei Tumblr ist das recht ähnlich gelagert, auch hier können beispielsweise multimediale Beiträge geteilt werden. Um diesen Präsentationen folgen zu können, verlangt diese Mehrgleisigkeit den Interessenten aber deutliche Anstrengungen ab, also jenen, denen eigentlich die Vorteile des eigenen Unternehmens gegenüber den Konkurrenten möglichst überzeugend und schnell nahegebracht werden sollen. Wobei diese Konkurrenten auch nicht untätig sind.

Da die mehrdimensionale Rebelmouse all diese Kanäle – die vom Betreiber natürlich genau zu definieren sind – bündelt, eignet sich die eigene Rebelmouse-Seite durchaus als „Frontend“ für das eigene Angebot – oder eben die eigenen Interessen. Zusätzlich zu den Facebook, Twitter, Tumblr, Flickr etc. -Beiträgen können direkt eigene Einträge gepostet werden, z.b. durch den eigenen „Rebelmouse Post“-Button, der sehr ähnlich wie der Pinterest „Pin it“-Button funkioniert. Eigene RSS-Streams (die der eigenen Unternehmens-Newsseite, des Xing-Profils, der Instagram-Seite oder der 500px-Galerie) können beliebig hinzugefügt werden und ergeben in der Summe ein überraschend vollständiges Bild des Urhebers.

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Beispiel Fotograf: gerade Fotografen verfügen über Konten bei mehreren Foto-Diensten und -Netzwerken, wie 500px, fotocommunity, Flickr, WPO, Instagram, SternView, um nur – neben der eigenen Website - einige zu nennen. Die eigene Rebelmouse-Seite führt alle automatisiert zusammen…

Das Gute #1: Rebelmouse-Seiten können auf diese Weise kanalisiert werden, d.h. ein bestimmtes Produkt, bestimmte Dienstleistungen, bestimmte Personen präsentieren – und die eigene Marke akkumuliert kommunizieren.

Das Gute #2: Das Ganze passiert automatisiert, ich muß mich also nicht unbedingt mit der Rebelmouse-Seite beschäftigen; es genügt nach wie vor, meine bestehenden Kanäle fortzuführen: Rebelmouse erledigt die Newspaper-artige Darstellung von selbst.

Man darf gespannt sein, in welche Richtung sich dieser Trend weiterentwickeln wird und ob Rebelmouse sich durchsetzen wird. Bis dahin schadet es aber nicht, den eigenen Namen (kostenlos) zu reservieren, eine Seite aufzusetzen und damit den Claim abzustecken, bevor es jemand anderes tut.

PS: dieser Tumblr-Artikel wurde natürlich automatisch auf unserer Rebelmouse-Seite gepostet: http://www.rebelmouse.com/vivia

… genauso, wie meine persönliche Rebelmouse-Seite Einblick in meine „social activities“ gibt, auch wenn zu diesem Zeitpunkt immer noch Einiges fehlt :-)

http://www.rebelmouse.com/juergennovotny

Jürgen Novotny ist Inhaber der Präsenz-Agentur vivia, die sich mit dem Branding und der Visualisierung von Unternehmen beschäftigt.

Febr. 19

PräsenzTipp #2: Markentreue vs. Marken-Aversion

Die Abneigung zu einer Marke, wie entsteht sie? In den meisten Blogs und Foren, Ratgebern und Trendmagazinen ist die Rede davon, welche Marke Anhängerschaft verdient oder wie eine spezifische Marke Kunden dazu animieren kann, ihre Treue unter Beweis zu stellen. Nicht immer funktionieren die dort aufgestellten Regeln, oftmals versagen sie schlichtweg kläglich. Zum einen, weil ein einmal beschrittener Weg nicht konsequent fortgeführt wird und das Marketing unglaubwürdig zu wirken beginnt, zum anderen, weil grundsätzliche Regeln einfach nicht beachtet werden, weil ein wichtiger Aspekt vergessen wurde. Welcher war das noch gleich? Richtig, der Kunde.

Wie definiert beispielsweise Wikipedia den Begriff „Markentreue“? „Besonders auf Märkten mit starkem Wettbewerb kann der Aufbau eines markentreuen Kundenstocks die einzige Möglichkeit sein, Marktanteile zu halten. Dazu dienen Rabatte und andere Anreize für Vielkäufer.“

Auch diese sehr allgemeine Definition mißachtet den „Menschen im Kunden“ (ja, es gibt ihn). Auch wenn in der geläufigen, leider immer noch präsenten „Geiz ist Geil“-Mentalität der Rabatt und „Kauf 2, und Du erhältst 3“ sicherlich wichtige Ränge in der Kundengunst einnehmen: ein gelungenes Branding umfasst weitaus mehr.

Ich möchte ein Beispiel zum Stichpunkt „Marken-Aversion“ geben: mein persönliches Verhältnis zur bayerischen Automarke mit dem weiß-blauen Propeller ist stark getrübt. Warum? Nicht, weil deren Produkte schlecht (sind sie nicht) oder überteuert wären (sind sie nicht). Meine Aversion entstand, als ich bei meiner Studienabschlußfahrt (Produktionstechnik) die Gelegenheit hatte, mit meinen Kommilitonen in München einige bekannte Unternehmen zu besuchen. Überall wurden wir zuvorkommend aufgenommen, das große Elektronikunternehmen ließ sich besonders viel Zeit für die Beantwortung von Fragen, der große Verlag ließ uns – bei einem schönen Büffet – die ganze Nacht die Entstehung einer Zeitung miterleben, das andere Unternehmen aus dem Maschinenbau brachte uns in Kontakt mit deren Geschäftsführern inklusive intensiver Diskussion. Hat Spaß gemacht.

Und die Automarke mit dem weiß-blauen Propeller? Innerhalb einer dreiviertel Stunde wurde unsere kleine Gruppe von einem Praktikanten durch einen Teil der Fertigung geschleust, der nach eigener Aussage Philosophiestudent war und so leider keine unserer Fragen zur Produktion beantworten konnte. Danach durften wir uns einen 5minütigen Werbefilm des Unternehmens anschauen, an ein Getränk, geschweige denn an einen kleinen Imbiss war um die Mittagszeit herum nicht zu denken. Fazit: das Unternehmen entließ eine ratlose Gruppe von 15 Studenten auf die Straße, von denen zumindest einer eine deutliche Aversion entwickelte. Das hört sich nach Überempfindlichkeit an? Im direkten Vergleich mit den anderen, deutlich freundlicher gestalteten Besuchen war das Gefühl der Vernachlässigung vorherrschend; wir waren in unserer Eigenschaft als Studenten nicht ernst genommen worden – und damit war die Saat für ein nachhaltig schlechtes Gefühl gelegt worden.

Was will ich damit sagen?

  1. Branding ist weitaus mehr als der schnelle Rabatt oder die glänzende Broschüre. Eine erfolgreiche Marke sollte sich dem Thema „Mensch“ nähern und diesen nicht ausschließen.

  2. Ein Produkt verkauft sich nicht nur über die harte Münze; der Kunde muß sich ernst genommen fühlen.

  3. Mitarbeiter eines Unternehmens sind im Rahmen einer guten CI (Corporate Identity) dazu aufgerufen, potenziellen Kunden gegenüber positiv aufzutreten und derart nachhaltige Fettnäpfchen, wie ich sie erlebt habe, zu vermeiden. Nicht zuletzt sollen sich ja auch die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen, ihrer Marke identifizieren können, sich also wohl fühlen.

  4. Dies gilt nicht nur für Einmann-Betriebe oder kleine Unternehmen, deren Aushängeschild u.a. der Unternehmer sein sollte; auch in großen Betrieben zählt der Eindruck, den Mitarbeiter (im Verkauf oder im Kundenkontakt allgemein!) gegenüber bestehenden und neuen Kunden oder Interessenten vermitteln.

  5. Trotz allem – und gerade deswegen – gilt: keine Vorurteile aufkommen lassen, deren Quelle Foreneinträge oder Stimmen unbekannter Dritter aus dem Off ist. Selbst überzeugen, einen Eindruck verschaffen, vergleichen. Oder sich dem Markendiktat ganz entziehen, eine Möglichkeit, auf die einige Unternehmen mit ihter erfolglosen, weil nicht konsequent gelebten Corporate Identity hinzuarbeiten scheinen.

Denn: Markentreue ist in erster Linie ein Gefühl, das es seitens des Unternehmens zu hegen und zu pflegen gilt. Ist das Kind einmal in den Brunnen gefallen, ist es sehr schwierig, es wieder ans Tageslicht zu befördern.

Mit meiner Präsenz-Agentur vivia berate ich Unternehmen bei Auftritt und Außenwahrnehmung; vivia konzipiert darüber hinaus Corporate Designs und realisiert die technische Seite des Brandings.

Febr. 12

PräsenzTipp #1: Markenästhetik und Namensgebung

Wie überall – und hier vor allem im Bereich Marketing und Branding - sind Konsequenz und Konsistenz zentrale Themen. Die Marke ist mehr als das Aushängeschild des Unternehmens – oder allgemeiner: der eigenen Darstellung. Sie soll die Identität und Botschaft eindeutig kommunizieren und Mission und Ethos des Unternehmens in eine klare, leicht „greifbare“ Form packen. Das umfasst alle Erscheinungsformen vom Briefkopf über die Visitenkarte über die Internetpräsenz bis zum Facebook-Profil.

Was biete ich an? Was ist mein Alleinstellungsmerkmal, und was unterscheidet mich von meinen Mitbewerbern?

Neben dem – möglicherweise, aber nicht unbedingt grafischen – Logo (zu dem wir in einem der folgenden Kapitel kommen) ist einer der wichtigsten, dennoch oft übersehenen Aspekte die Namensgebung der Marke. Hierbei ist es unabdingbar, sich zunächst über Suchmaschinen einen Überblick zu verschaffen: gibt es diesen Namen bereits, wer verwendet ihn, und in welchem Zusammenhang wird er verwendet? Erst eine gute Recherche wird die Liste möglicher Markennamen auf ein Set in Frage kommender Begriffe reduzieren, deren Wirkung wiederum in eindeutigen Zusammenhang mit dem eigenen Angebot gebracht werden muß.

(eine Auswahl von Logos meiner Präsenz-Agentur vivia: www.vivia.de)

Eine kaum zu überblickende Anzahl von Studien hat gezeigt, welche Buchstaben und -Kombinationen Emotionen wie Harmonie, Geschmack, Offenheit, Seriosität, Wärme, Kälte etc. etc. hervorrufen. Die Reaktion einer ausgewählten Gruppe von Menschen zeigt dann, wie der Markenname wahrgenommen wird und – natürlich ebenso wichtig – wie einfach er erinnert wird. Ist er zu lang oder zu komplex, werden sich hier wahrscheinlich Probleme ergeben; ist ein kurzer und einfacher Name gefunden, wird es i.d.R. umso schwieriger, sich gegenüber anderen Marken abzugrenzen und beipielsweise freie Domainnamen für den eigenen Internetauftritt zu finden.

Ein weiterer Tipp: Ist schließlich ein passender Name gefunden, empfehle ich/empfehlen wir, diesen ebenso per Markenrecherche abzusichern (www.dpma.de) und die Marke – ob nur Wort- oder sogar Wort/Bildmarke – im Markenregister eintragen zu lassen.

Jan. 06

Ein Wort zu den Webdesign-Trends 2013

Auch 2013 wird es wieder spannend sein, zu beobachten, welche der Webdesign-Trendprognosen sich durchsetzen werden. Der Einsatz von HTML5 und CSS3 wird weiter zunehmen, die Entwicklung aktueller Technologien in diesem Bereich wird großen Einfluß haben – bei gleichzeitiger technischer „Aufrüstung“ bei den eingesetzten Techniken (Beispiel: Parallax Scrolling) ist aber auch eine gewisse Sehnsucht zur Vereinfachung spürbar (Beispiel: single page design). Letztere kommt schließlich auch der Darstellung auf kleineren Screens wie z.B. dem iPhone oder iPad mini entgegen.

Einige Beispiele aktueller Trends und Trendprognosen:

Durch die bessere und damit plattformübergreifende Implementierung von HTML5 werden Interaktion und responsive webdesign weiter Einzug halten. Website-Besucher werden zunehmend aufwändigeren Effekten wie dem „Parallax Scolling“ begegnen, bei dem die Möglichkeit der unterschiedlichen Animation übereinanderliegender Ebenen genutzt wird (ein nettes Beispiel zur Produktpräsentation kommt hier von Nike.

Der Umfang grafischer Informationen wird weiter zunehmen, der reine Text mehr und mehr von (immer größeren) Bildern unterstützt und optisch aufgewertet. Hierzu zählen nicht nur mehr und immer besser aufgelöste Contentgrafiken bzw. -Fotos, sondern auch bildschirmfüllende Hintergrundbilder, die dem Trend zu höherer Auflösung folgen (Stichwort: Retina-Display).

Das Blog-Design wird zunehmend Einzug halten, sprich, Inhalte werden mehr und mehr im Stile eines Artikels veröffentlicht. Texte gemeinsam mit veranschaulichenden Grafiken und emotionalen Bildern… Facebook und sein neues Chronik-Design sind daran nicht ganz schuldlos, ebenso wie natürlich die weiter wachsende Blog-Kultur aka Tumblr etc.

Stichwort Facebook: während hier vermehrt Unternehmen auf die Nutzungsmöglichkeiten dieser Plattform aufmerksam werden – und diese weiter befeuern werden – wird das immer populärer werdende Pinterest mehr und mehr Anhänger gewinnen. Zunächst insbesondere für Privatleute und den Interessens-Austausch zwischen Websurfern allgemein, wird Pinterest ebenfalls von Unternehmen entdeckt werden.

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Was die oben bereits erwähnte Sehnsucht zum Minimalismus angeht, wird zunehmend auf die Verwendung komplexer Navigationsmenüs und Unterseiten-Strukturen verzichtet werden… zugunsten eines immer einfacher und (siehe oben) Artikel-basierten Designs auf einer einzelnen Seite. Dieses Single Page Webdesign genannte Verfahren setzt voll und ganz auf’s Scrollen, sei es vertikal (hier auch Bestandteil des Parallax Scrollings) oder auch horizontal, wie z.B. bei einer Blätter-Funktion. Scrollen oder Blättern – in diese Richtung wird sich die Navigation durch Internetinhalte auch und insbesondere in Hinblick auf das wachsende iPad-Publikum entwickeln. Ein nettes Beispiel bietet hier die Website der Academy for Global Citizenship.

Getreu des Prinzips „Weniger ist mehr“ wird sich also das Web-Look&Feel - trotz der sich bietenden Effektmöglichkeiten durch HTML5 - voraussichtlich dem Trend der Minimalisierung anpassen: Konzentration auf den Inhalt, weniger auf das „Drumherum“. Wie schön.


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Sept. 21

Eine Leica S2 in Händen…

…hatte ich gestern auf der diesjährigen Photokina in Köln. Ziel war es, dieses feine Gerät einmal selbst antesten zu können, um mir - über die vielfältigen Tests und die existierenden Infos hinausgehend - endlich einen eigenen Eindruck verschaffen zu können. Testen konnte ich die aktuelle Leica S2 mit angesetztem Summarit 2.5/70mm, was umgesetzt auf das Kleinbildformat eta 58mm bedeutet. Mein erster Eindruck also in Kürze:

Die S2 scheint wie aus einem Stück gefräst; selten habe ich eine solch solide Body/Linsenkombination in der Hand gehabt. Vom Gewicht etwa zwischen meiner Canon A1 und der Pentax 645n angesiedelt, passt das Ganze haptisch sehr gut: man fühlt sich einfach wohl, setzt man einmal das Auge an den wirklich erfreulich großen Sucher. Trotz oder vielmehr aufgrund der Größe und des Gewichts bleibt die S2 recht handlich. Die Bedienung ist offensichtlich als angenehmer Gegenentwurf zur Funktions-Reizüberflutung anderer Hersteller gedacht… weiter auf juergennovotny.de

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(Foto: Leica Broschüre)


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Aug. 02

Pinterest: Das nächste Marketing-Instrument?

Neben der eigenen Unternehmens-Website kennen wir – zusammen mit diversen Online-PR-Plattformen und dem persönlichen oder dem Firmen-Blog - bisher Facebook, Google+, Xing und Twitter als sich ergänzende Markting-Plattformen. Aber wie sieht es mit Pinterest aus?

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Wer kennt Pinterest derzeit überhaupt? Pinterest ist eine weitere Social Networking Plattform, die es auf sehr einfache Weise ermöglicht, die eigenen Interessen mit der Welt zu teilen. Dies geschieht in der Regel über einen sehr leicht zu installierenden „Pin it“-Button in der Funktionszeile des Browsers oder über die immer häufiger anzutreffenden „Pin it“-Links auf Websites. Jeder, der mitmachen möchte, legt sich in wenigen Schritten seine eigene Pinterest-Seite an (meine lautet zum Beispiel www.pinterest.com/juergennovotny), richtet sich eines bzw. eine beliebige Anzahl sogenannter Boards innerhalb vorbestimmter Themenbereiche ein, auf die er dann über die oben beschriebenen Buttons Web-Inhalte (oder die von der eigenen Festplatte) pinnt… was – na klar – auch über eine entsprechende App unterwegs erfolgen kann. Foto aufnehmen und auf das richtige Board pinnen – fertig.

Spannend: jeder, der sich auf Pinterest gerade in der Themensparte befindet und den neuen Pin gut findet, kann ihn liken (ja, wie bei Facebook) oder repinnen (oder „teilen“, auch wie bei Facebook). Was ist daran nun so spannend, zumal wir diese Funktionen ja auch auf unserer bereits bestehenden Facebook-Seite nutzen? Stichwort ist hier das „jeder“: während bei Facebook in der Regel Freunde oder Fans diese Funktion nutzen, kann der virale Effekt bei Pinterest ungleich größer sein. Pinne ich etwas, sieht es die Welt – allerdings auch nur dann umso häufiger, je bekannter ich werde bzw. wieviele Follower ich bekomme.

Über den „Everything“-View kann man leicht mitverfolgen, welche Dynamik dies annehmen kann: Inhalte – in der Regel Fotos oder Videos mit Kommentaren – werden permanent gepinnt, repinned, geliked, kommentiert und nochmals repinned. Passt man als Betrachter nicht auf oder versucht, mit dem gezielten Anlegen eigener „Followings“ und Boards Ordnung in die Sache zu bringen, kann man auch ganz schön alt aussehen und die Übersicht verlieren. Nirgendwo sonst habe ich das Versinken in der Datenlawine eines Social Networks so greifbar erlebt wie hier, wobei die visuelle Gewalt der Pinnwände ihr Übriges tut.

Was macht Pinterest nun so interessant? Zum einen ist es die gewaltige Zuwachsrate, deren Zahlen eingefleischte Network-Nutzern schier vor den Kopf schlägt: laut einer Statistik von All Things Digital wuchs der Referral Traffic bei Pinterest im letzten Jahr um 2.535 Prozent, während Facebook (allerdings bereits auf einem sehr hohen Level) nochmals 2.7 Prozent zulegte. Im direkten Vergleich sieht man die Tendenz noch deutlicher: während Facebook im ersten Quartal 2011 für 88 Prozent des social traffic zuständig war (und Pinterest gerade mal zu 1 Prozent), sind es genau ein Jahr später (1. Quartal 2012) 60 Prozent bei Facebook und 26 Prozent bei Pinterest. Der Trend: Wenn Pinterest so weitermacht, wird es Facebook im nächsten, vielleicht sogar bereits in diesem Jahr einholen.

Für das Thema Marketing heißt das: über die Funktionen Follow, Repin, Comment und (eingeschränkt) Like lassen sich sehr leicht Verbindungen zu anderen Nutzern aufbauen, deren Interessen in die gleiche Richtung gehen – und so nach und nach eine Community aufbauen, die Ihnen – oder Ihrer Brand – folgt. „Liken“ oder „Repinnen“ Sie nämlich einen Eintrag, erhalten deren Besitzer aktiv eine Email, die auf diesen Sachverhalt hinweist. Wächst die Anzahl an Followern, beginnt sich dieses Verhalten zu potenzieren. Aufgrund der Tatsache, dass sich Pinterest sehr leicht in die eigene Facebook-Seite integrieren und ein „Follow me on Pinterest“-Button schnell generieren und im eigenen Blog oder der eigenen Unternehmens-Website einbauen läßt, können sich diese Maßnahmen mit der richtigen Disziplin gewinnbringend miteinander verknüpfen.

Richtige Disziplin? Hüten Sie sich davor, die Werbung in den Vordergrund zu stellen, das wird Ihnen nämlich – wie auf Facebook oder Twitter auch – schnell übel genommen. Pinnen und posten Sie für die Follower interessante und originäre Inhalte, repinnen Sie vorhandene und passende Fotos und vergessen Sie über der Begeisterung an Pinterest nicht die anderen Kanäle… geschickte Kombination und konsequente Nutzung machen ein wirkungsvolles Marketing aus.


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Juli 24

Fotografien bei Vernissage Fotokunst

Ich freue mich: eine Jury der Vernissage Mediengruppe (Heidelberg) hat nun einige meiner Fotografien in ihre Online-Galerie Vernissage Fotokunst aufgenommen. Die Vernissage Mediengruppe gibt vier Kunstzeitschriftenreihen heraus und engagiert sich seit 2011 mit großem Erfolg auch für „emerging artists” in den Bereichen bildende und angewandte Kunst. In der neuen Reihe vernissage-fotokunst werden nun erstmalig von einer Jury (Kunst-Journalisten, Wissenschaftler, Sammler und -Historiker) ausgesuchte Fotokünstler präsentiert.

imageAktuell können sechs meiner Fotografien in hoher Qualität als Alu-Dibond Fineart online bestellt werden; sie sind auf sieben Exemplare limitiert, signiert und nummeriert: Jürgen Novotny bei Vernissage Fotokunst


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Juli 14

Fotografie: Eine Pentax 645D mein eigen nennen…

… aber nicht gewillt, 10.000 EUR für einen neuen Body (ohne Objektiv) auf den Tisch zu legen? Tja, habe ich auch nicht gemacht - obwohl die 645D eine recht verführerische Kamera ist. Allerdings ist es nicht nur der Preis, der mich als Foto-Amateur bzw. Semiprofi ein wenig abschreckt; es geht hier in erster Linie um Bildqualität und die Möglichkeiten, die das Mittelformat bietet.

Größenvergleich Sony R1, Pentax 645N, Canon A1Als jemand, der seit 40 Jahren fotografiert (meine ersten Versuche machte ich im zarten Alter von 6), analog (von Zenith bis Canon, von Olympus bis Contax) sowie digital (von Minolta über Sony und Nikon) , gab es immer eine bestimmte “Klasse” von Fotoapparaten, die für mich (bis vor kurzem) unerschwinglich waren: Mittelformat-Kameras wie die Hasselblads, Mamiyas und Bronicas, wie auh die Rolleis und Pentax’s. Guckt man sich heute in Shops für gebrauchte Fototechnik oder Auktionshäusern wie eBay um, stellt sich die Situation vollständig anders dar. Während aktuelle - nämlich digitale - State-of-the-Art Kameras (seien sie nun gut oder auch nicht) für einen, na sagen wir, State-of-the-Art Preis angeboten werden, glaube ich in der Sektion “analoge Fotografie” oftmals meinen Augen nicht zu trauen: technische Wunderwerke wie z.B. Leicas und Contax’s als Kleinbildkameras oder Pentax, Fujis, Bronicas und Mamiyas für das Mittelformat werden - teils in sehr gutem Zustand - für einen kleinen Bruchteil ihres Originalpreises angeboten… eigentlich nur, weil sie eben analog sind und so nicht mehr dem digitalen Zeitgeist entsprechen. Oder um ein wenig zu provozieren: mittlerweile offensichtlich nutzlos geworden sind…

Weiterlesen auf juergennovotny.de…


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Juli 10

To Tweet or not to Tweet?

Twitter ist überall, tweeten gehört dazu. Wozu genau?

Die einen begeistern ihre Anhängerschaft oder Follower mit detaillierten Schilderungen über den gerade durchgeführten Duschvorgang oder die soeben durchlebte Langeweile während des Wartens auf den Bus, die anderen nutzen die Kurznachrichten zur Informierung bevorstehender Termine, wieder andere (in der Regel Unternehmen) versuchen, daraus PR-Kapital zu schlagen, also sozusagen corporate tweeting zu betreiben.

image Erstere Gruppe konsultiert sich u.a. aus Promis und Möchtegern-Promis, deren Bewegungen - seien sie noch so minimal - dankbar von der Fangemeinde aufgenommen werden (was diesen Tweets durchaus Sinn verleiht, will man seine Groupies nicht aus den Augen verlieren, die mit Ihren Stars rund um die Uhr bangen wollen).

Die zweite Gruppe (die mit den Terminen…) nutzt dieses Medium ebenfalls nicht ganz ohne Sinn, will man als Abonnent kein Konzert seiner favorisierten - und tweetenden - Band verpassen. Insofern bezeichne ich das Tweeten wichtiger Unternehmenstermine wie eines angesetzten Vortrags oder eines product launches als durchaus sinnvoll - womit wir ganz schnell beim Thema Kommerzialisierung angelangt sind. Eine aktuelle dpa-Meldung machte vor einiger Zeit bekannt, dass die werbefreie Zeit beim Kurznachrichtendienst Twitter vorbei sei. Firmen können also demnächst Anzeigen schalten, die passend zur Suche nach bestimmten Themen erscheinen. Laut dpa gehören zu den ersten Unternehmen, die ihre Produkte auf diese Weise anpreisen möchten, Starbucks, Virgin (America) und Elektronikriese Best Buy. Ein Schritt in die richtige Richtung? Aus meiner Sicht Nein. Nur zu oft verwässerte die Zulassung kommerzieller Anbieter die Brauchbarkeit ehemals durchaus interessanter Dienste. Beobachten konnte man dies unter anderem beim größten Internet-Auktionshaus, dessen Zweckmäßigkeit für private Nutzer unter der mittlerweile überwiegenden Schaltung kommerzieller Angebote ächzt: eine sinnvolle Nutzung für Privatanbieter bzw. -nachfrager ist im ursprünglichen Sinne nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Zum Thema: möchte der Twitter-Abonnent nun in Zukunft seinen für ihn/sie interessanten, bisher werbefreien Kurznachrichtenschwall in einem Meer aus Werbetweets ertrinken sehen? Ich denke nicht; auf absehbare Zeit wird die getroffene Entscheidung den Twitter-Usern mehr schaden als nutzen. Ob dies auch für das Unternehmen Twitter zutrifft, wird sich noch zeigen, zeigt doch das Beispiel Google Adwords, dass sich mit ähnlichen Maßnahmen mehr als eine goldene Nase verdienen läßt.

Zurück zur Ausgangsfrage: (selber) tweeten oder es doch lieber bleiben lassen? Solange das Unternehmen für den Kunden wertvolle Informationen mitzuteilen hat, ja (Termine, Empfehlungen etc.). Beschränken sich diese Informationen auf Binsenweisheiten wie z.B. die 100ste Wiederholung einschlägiger Marketing-Tipps, eher nein. Erkennen die Abonnenten einen solchen Thread nach einiger Zeit richtig als Spam, tweetet das Unternehmen bald auf dem letzten Loch.

Mein Rat: möchten Sie Twitter tatsächlich als Informationsquelle für Ihre Kunden anbieten, nehmen Sie dies (genau wie Ihre Abonnenten auch) von vornherein ernst - so wie Sie es von bewährten Werkzeugen wie Ihrer Newssektion mit RSS oder Blogs etc. kennen.

Wie Twitter selbst auf seiner Website schreibt: “Twitter kann die digitalen Fähigkeiten jeder Firma steigern. Deswegen sind wir überzeugt, dass es vorteilhaft für Firmen aller Art sein könnte.” Konjunktiv.

Lassen Sie das Tweeten nicht in Werbung ausarten, der Weg in die “Top Tweets” wird Ihnen versperrt bleiben. Andernfalls ziehen nicht nur Ihre Follower, sondern auch das Renommee Ihres Unternehmens den Kürzeren.

Sollte Sie der Einsatz von Twitter immer noch interessieren, finden Sie mehr zum Thema im Twitter 101.


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