PräsenzTipp #4: Die passende Farbe?
…oder: Farb-Psychologie und das Corporate Design.
Farbe ist subjektiv, sie entsteht im Gehirn. Empfinden andere Menschen die Farbe „Orange“ ebenso wie ich? Welche Farbe(n) transportieren meine Botschaft am besten, welche passt am besten zu meinem Angebot?
Geht es um die Definition der sogenannten Hausfarben für ein neues Corporate Design, ist dies manchmal nicht so einfach. Verfügen meine Klienten bereits über ein Logo, ist das schon einmal ein Ausgangspunkt, den es i.d.R. zu verfeinern gilt, insbesondere wenn ein bestehender Auftritt modernisiert werden soll. Für eine komplett neue Präsenz, für die Hausfarben und Logo zu konzipieren sind, muß – mit ein wenig Einfühlungsvermögen – herausgefunden werden, welchen Stil, welche Botschaft das Logo und seine Farbigkeit übermitteln sollen.
Auch, wenn seitens des Auftraggebers keine ausgeprägten Vorlieben für Farben existieren – diese Wahrnehmung ist durchaus unterschiedlich stark ausgeprägt – so sollte die Wahl der Farben doch zentrale Berücksichtigung finden. Nicht umsonst spricht man von „Farb-Psychologie“.
Farben spiegeln immer eine bestimmte Persönlichkeit wieder; auch kommunizieren sie Stimmungen und Bilder. So steht Blau beispielsweise für Himmel und Wasser, steht für Freiheit, aber auch Kälte, Autorität und Technik. Im Gegensatz dazu liefert das auf dem Farbrad nahezu gegenüberliegende Rot die Eindrücke Blut, Mut, Romantik, aber eben auch Dynamik, Hitze, Vitalität oder erhöhte Aufmerksamkeit. Auch bei Gelb erscheint die Deutung einfach: Sonne, Licht, Wärme, aber auch Harmonie, Freude. Gelb steht doch für „Neid“ oder „Geiz“? An diesem Beispiel zeigt sich, dass die Deutung von Farben ambivalent sein kann… weswegen zum Findungsprozeß letztlich auch Tests und Befragungen gehören. Passt diese Farbe trotz ihrer Bedeutung überhaupt zu meinem Produkt oder meinem Unternehmen?
Weitere Beispiele: Grün steht für Frühling, Natur, aber auch Ruhe, Wohlstand, Glück. Es kann beruhigend wirken, aber auch giftig… was uns dazu bringt, dass es schließlich nicht nur eine Farbschattierung gibt, sondern in der Tat sehr viele, die es aufeinander abzustimmen gilt. Orange liegt naturgemäß sehr nahe an Gelb (Vergnügen, Energie, Wärme, Sympathie, Offenheit, aber auch manchmal „billig“, „aufdringlich“).
Farben beeinflussen uns i.d.R. unabhängig von ihrer symbolischen Bedeutung, weil diese in vielen Fällen und Zusammenhängen nicht zutreffen: so kann Schwarz Trauer und Traurigkeit symbolisieren, in Zusammenhang mit einem schwarzen Anzug aber auch Eleganz. Ebenso wie Grau, das im richtigen Sinnzusammenhang und in Kombination mit passenden Farben stylisch wirken kann, jedoch ebenso langweilig oder trüb erscheinen kann. Von der Bedeutung und Empfindung der Farben in anderen Kulturkreisen einmal ganz abgesehen… das wäre Thema für ein eigenes Kapitel. Wichtig also: wer soll eigentlich mit dem eigenen Angebot und seinen Farben angesprochen werden?
Soll ein Corporate Design entworfen werden, gilt als Grundlage, es bei der Anzahl der verwendeten Farben nicht zu übertreiben. So könnte man der Meinung verfallen, eine Kombination aller positiven Stimmungen (Vitalität, Glück, Offenheit und Seriosität, um nur ein Beispiel zu nennen) würde zur besten Farbkombination Rot/Grün/Gelb und Schwarz führen… was ganz schnell den Eindruck der Rastlosigkeit und Aggressivität erzeugen kann. Also den potenziellen Kunden von vornherein abschreckt. Es geht also auch um die richtige Farb-Balance; nicht nur um die passende Kombination der Grundfarben, sondern deren Kontrastverhältnis und Ausgewogenheit. Ist es besser, in einem Bereich des Farbrads zu bleiben oder Komplementärfarben zu verwenden, um z.B. ein Statement zu machen?
Dann: in welchen Proportionen sollten diese Farben präsentiert werden? Ist es immer besser, den Hintergrund eher „pastellig“, den kleineren Vordergrund „schreiend“ zu gestalten? Den Footer einer Website dunkler abzusetzen, um ggf. die Botschaft zu „erden“? Oder doch besser alles Weiß? Ganz nett ist hier im Übrigen Color in Motion von Claudia Cortes, möchte der geneigte Leser auf unterhaltsame Weise mehr zum Thema Farben erfahren.
Wir alle verfügen über einen unterschiedlichen Geschmack, was Farben angeht; aber es gibt Grundregeln, sozusagen ein großes „allgemeines Empfinden“, dass es abzuprüfen und zu berücksichtigen gibt. Orientierungshilfe können andere Logos, Fotografien oder Modeaccessoires liefern; glücklicherweise gibt es aber auch Tools, die dabei helfen können. Wie zum Beispiel Adobe kuler (http://kuler.adobe.com), das zum Spielen anregt – und Einblicke in Vorlieben und die meist verwendeten Farben (im Webdesign und anderswo) gibt.
Einige schöne und aufschlussreiche Infografiken zum Thema Farbe und deren Bedeutung & Wirkung habe ich für diesen PräsenzTipp zusammengestellt: Anklicken & viel Spaß beim Forschen (Quellen: Adobe, visual.ly, printmediacentr). Welches war doch gleich noch meine Lieblingsfarbe?












Aktuell können sechs meiner Fotografien in hoher Qualität als Alu-Dibond Fineart online bestellt werden; sie sind auf sieben Exemplare limitiert, signiert und nummeriert:
Als jemand, der seit 40 Jahren fotografiert (meine ersten Versuche machte ich im zarten Alter von 6), analog (von Zenith bis Canon, von Olympus bis Contax) sowie digital (von Minolta über Sony und Nikon) , gab es immer eine bestimmte “Klasse” von Fotoapparaten, die für mich (bis vor kurzem) unerschwinglich waren: Mittelformat-Kameras wie die Hasselblads, Mamiyas und Bronicas, wie auh die Rolleis und Pentax’s. Guckt man sich heute in Shops für gebrauchte Fototechnik oder Auktionshäusern wie eBay um, stellt sich die Situation vollständig anders dar. Während aktuelle - nämlich digitale - State-of-the-Art Kameras (seien sie nun gut oder auch nicht) für einen, na sagen wir, State-of-the-Art Preis angeboten werden, glaube ich in der Sektion “analoge Fotografie” oftmals meinen Augen nicht zu trauen: technische Wunderwerke wie z.B. Leicas und Contax’s als Kleinbildkameras oder Pentax, Fujis, Bronicas und Mamiyas für das Mittelformat werden - teils in sehr gutem Zustand - für einen kleinen Bruchteil ihres Originalpreises angeboten… eigentlich nur, weil sie eben analog sind und so nicht mehr dem digitalen Zeitgeist entsprechen. Oder um ein wenig zu provozieren: mittlerweile offensichtlich nutzlos geworden sind…
